Kooperationsprojekt zum Schutz des Kiebitz im Kreis Paderborn

Der Kiebitz ist ein typischer Charaktervogel der westfälischen Kulturlandschaft. Leider ist seit Jahren ein stetiger Rückgang der Kiebitzbestände zu verzeichnen. Auch im Kreis Paderborn sind viele Gegenden, in denen Kiebitze in früherer Zeit brüteten, inzwischen verwaist. Aktuell wird der Bestand des früheren „Allerweltsvogels“ im Kreis Paderborn auf nur noch ca. 200 Brutpaare geschätzt. Die meisten Kiebitze brüten heute im Bereich von Delbrück und Salzkotten.

Ursprünglich siedelten Kiebitze vorzugsweise auf Feuchtwiesen. Heute brüten die meisten Kiebitze auf Ackerflächen, wobei Mais-Stoppeläcker besonders gerne angenommen werden. Ende März beginnen die Kiebitze mit ihrer Brut auf den dann häufig noch unbestellten Ackerflächen. Da die Nester gut getarnt auf dem Boden angelegt werden, wird manches Nest bei der Feldbestellung unabsichtlich zerstört. Zum Schutz eines Kiebitzgeleges reicht es oft aus, bei Bodenbearbeitung auf Ackerflächen das Kiebitznest im engeren Bereich zu umfahren. Kiebitze lassen sich dadurch in der Regel nicht stören und setzen ihr Brutgeschäft fort.

In einem Kooperationsprojekt der Landwirtschaftskammer NRW Kreisstelle Paderborn, des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn, dem Kreis Paderborn und der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne werden im Jahr 2017 Schutzmaßnahmen für Kiebitzgelege im Kreis Paderborn durchgeführt. Dadurch soll der Bruterfolg gesteigert werden, damit sich der Kiebitzbestand wieder erholen kann.

 

Das Kooperationsprojekt umfasst folgende Maßnahmen:

  • Die Kreisstelle Paderborn der Landwirtschaftskammer NRW und der Landwirtschaftliche Kreisverband Paderborn haben Ende März alle Landwirte in Delbrück und Salzkotten angeschrieben und um Mithilfe beim Schutz des Kiebitzes geworben.
  • Ein Flyer wurde erstellt, in dem über das Projekt informiert wird. Darin werden auch Förderprogramme des Kreises Paderborn und des Landes NRW zum Schutz des Kiebitzes und anderer Feldvögel vorgestellt (s. pdf).
  • Mit Einverständnis der Bewirtschafter suchen Mitarbeiter/innen der Biologische Station Kreis Paderborn-Senne Kiebitznester auf Ackerflächen und markieren sie mit Holzstöcken, so dass Landwirte die Nester bei der Feldbearbeitung aussparen können.
  • Der Kreis Paderborn „belohnt“ Landwirte, die Kiebitznester bei der Feldarbeit schützen, unbürokratisch mit 25 Euro je Nest. Weitere Verpflichtungen entstehen den Landwirten dabei nicht!

 

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