Streuobstwiese in abwechslungsreicher Kulturlandschaft / © Ch. Venne
Streuobstwiese in abwechslungsreicher Kulturlandschaft / © Ch. Venne
Streuobstwiesen liegen häufig in Hofnähe /
© Ch. Venne
Streuobstwiesen liegen häufig in Hofnähe / © Ch. Venne
Das Grünland unter den Obstbäumen wird häufig extensiv beweidet ... / © Ch. Venne
Das Grünland unter den Obstbäumen wird häufig extensiv beweidet ... / ©  Ch. Venne
... oder gemäht. So entwickeln sich blütenreiche Wiesen. / © Ch. Venne
... oder gemäht. So entwickeln sich blütenreiche Wiesen. / © Ch. Venne
Das reife Obst ist ebenfalls eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Tierarten /
© Ch. Venne
Das reife Obst ist ebenfalls eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Tierarten / © Ch. Venne
Fallobst lockt z.B. Hornissen und andere soziale Faltenwespen an ... / © W. Venne
Fallobst lockt z.B. Hornissen und andere soziale Faltenwespen an ... / © W. Venne
... und versüßt auch den Menschen die Arbeit auf den Streuobstwiesen / © Ch. Venne
... und versüßt auch den Menschen die Arbeit auf den Streuobstwiesen / © Ch. Venne
In den Höhlen der Obstbäume brüten Vogelarten wie die Blaumeise (Parus caeruleus) / © W. Venne
In den Höhlen der Obstbäume brüten Vogelarten wie die Blaumeise (Parus caeruleus) / © W. Venne

Streuobstwiesenschutz

Obstbäume sind seit Jahrhunderten Bestandteil der Kulturlandschaft. Über ihren wirtschaftlichen Nutzen hinaus sind sie in vielen Regionen zu einem prägenden Landschaftsbestandteil geworden, dem heute für die Landschaftsästhetik wie auch für den Naturhaushalt große Bedeutung zukommt. Das gilt besonders für die Obstbaumreihen entlang alter Straßen und Wege sowie für die zahlreichen Streuobstbestände in der Umgebung der Dörfer.

Der Begriff „Streuobst“ entwickelte sich aus der scheinbar wahllosen Anordnung der Streuobstflächen in der Landschaft; man könnte also auch von „Obst in Streulage“ sprechen. Tatsächlich sind die Streuobstbestände in der Vergangenheit aber gar nicht so willkürlich in der Landschaft angelegt worden, denn mit dem Streuobst wurde auf ortsnahen und sonst eher unrentablen Flächen eine zusätzliche Nutzung zur Erzeugung von Nahrungsmitteln ermöglicht.

 

Bedeutung von Streuobst im Naturhaushalt

Obstwiesen können im Naturhaushalt wichtige Funktionen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen einnehmen. Hier treffen Elemente des Waldes und des offenen Kulturlandes auf engem Raum aufeinander. Einhergehend mit einer großen Strukturvielfalt stellt sich eine artenreiche Flora und Fauna ein.

Darüber hinaus haben Streuobstbestände aber auch einen Wert als Landschaftsbestandteil, indem sie z. B. eine ausgleichende Wirkung auf das Lokalklima ausüben. Besonders alte Streuobstbestände an Ortsrändern können das Klima innerhalb von Dörfern ausgeglichener und damit angenehmer machen. Obstwiesen in Hanglagen leisten zudem einen wichtigen Beitrag zur Erosionsverhütung, da sie den Boden tiefer durchwurzeln als reines Grünland. Und nicht zuletzt haben Streuobstwiesen eine besonderen landschaftästhetischen Reiz, durch den der Erholungswert einer Landschaft deutlich gesteigert wird.

Die Funktionen als Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten kommen besonders bei Obstwiesen und -weiden mit altem Baumbestand und einer artenreichen Krautvegetation im extensiv genutzten Unterwuchs zum Tragen. Wenn diese zudem noch in eine abwechslungsreiche Umgebung mit Hecken eingebunden sind, bieten sie alles, was auch anspruchsvolleren Arten genügt und können dann außerordentlich wertvolle Bestandteilen einer intakten Kulturlandschaft sein.

Besonders die wirbellosen Tiere bilden auf alten Streuobstwiesen sehr artenreiche Lebensgemeinschaften. Etwa eintausend verschiedene Insekten und Spinnentiere hat man auf blütenreichen Streuobstwiesen feststellen können. Viele davon nutzen die vielfältige, blütenreiche Krautvegetation, andere Wirbellose finden ihren Lebensraum in den alten Obstbäumen. Hier wirkt sich - genauso wie im Wald - ein hoher Anteil an alten oder einzelnen abgestorbenen Bäumen stark auf die Artenvielfalt aus. Höhlen und Nischen in den Bäumen und morsches Holz werden von unzähligen holzbewohnenden Insekten besiedelt. Ein reiches Insektenleben stellt in der Folge dann auch die Basis für Tiere dar, die in der Nahrungskette weiter oben stehen. So können Obstwiesen eine große Zahl von Vogel- und Kleinsäugerarten beherbergen, 

Seit den 50er Jahren geht der Bestand der Streuobstwiesen zurück: Plantagenobst und EU-Richtlinien machten die Bewirtschaftung der hochstämmigen Streuobstwiesen unrentabel. Viele Obstwiesen wurden daher gerodet. So ist der Bestand an Streuobstwiesen im Kreis Paderborn in den letzten 25 Jahren um über 60% zurückgegangen. In anderen Kreisen von Ostwestfalen-Lippe waren sogar noch weitaus stärkere Rückgänge zu verzeichnen (Bielefeld, Gütersloh, Höxter über 80%).

Die Biologische Station Kreis Paderborn - Senne setzt sich intensiv für Erhalt, Pflege und Neuanpflanzungen von Streuobstwiesen ein. Sie bewirtschaftet selber gepachtete Obstwiesen, organisiert zur Erntezeit eine mobile Saftpresse, in der das eigene Obst zu haltbarem Saft gepresst wird und unterstützt Streuobstwiesenbesitzer durch die garantierte Abnahme ihrer Äpfel zu einem fairen Preis. Aus den ungespritzten Früchten werden naturtrübe Direktsäfte hergestellt und in der Region vermarktet. Der Erlös trägt unmittelbar zum Erhalt der Obstwiesen bei.

 

Mit dem Kauf unseres Apfelsaftes unterstützen Sie: 

  • den Erhalt von wertvollen Streuobstwiesen für den Naturschutz
  • die regionale Vermarktung - keine langen Transportwege
  • Ihre Gesundheit: das Obst ist ungespritzt und unbehandelt, der Saft ohne Zusätze

Über unser Projekt Streuobstwiesenapfelsaft informiert auch dieser Flyer.

Weitere Informationen zu unserem Apfelsaft erhalten Sie hier.

 

 

Bildergalerie

Streuobstwiese in der Landschaft / © Ch. Venne
Streuobstwiese in Hofnähe / © Ch. Venne
Streuobstwiese in Blüte/ © Ch. Venne
Streuobstwiese nach der Blüte / © Ch. Venne
Blütenreiches Grünland / © Ch. Venne
Beweidete Streuobstwiese / © Ch. Venne
Apfelblüte / © P. Rüther
Reife Äpfel / © Ch. Venne
Lebt an Obstbäumen: der Nierenfleck (Thecla betulae) / © Ch. Venne
Aurorafalter (Anthocharis cardamines) / © Ch. Venne
Admiral (Vanessa atalanta) / © Ch. Venne
Streifenwanze (Graphosoma lineata) / © Ch. Venne
Häufig gut versteckt: Ohrwürmer (Dermaptera) / © Ch. Venne
Die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis) nistet in totem Holz / © Ch. Venne
Scherenbiene (Chelostoma florisomne) sammelt an Hahnenfuß / © Ch. Venne
Steinhummel (Bombus lapidarius) / © Ch. Venne
Hornissen (Vespa crabro) an Fallobst / © W. Venne
Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) an Fallobst / © W. Venne
Schwebfliegen (Syrphidae) sind eifrige Blütenbesucher / © Ch. Venne
Kamelhalsfliege (Raphidoptera) / © Ch. Venne
Vom Insektenreichtum profitieren Webspinnen (Araneae) / © Ch. Venne
An den Baumstämmen jagd die Springspinne (Marpissa muscorum) / © Ch. Venne
Springspinne (Marpissa muscorum) mit Beute / © Ch. Venne
Die Blaumeise (Parus caeruleus) ist Höhlenbrüter / © W. Venne
So auch der Feldsperling (Passer montanus) (links) / © Ch. Venne
... oder der Star (Sturnus vulgaris) / © W. Venne
... und auch die Dohle (Corvus monedula) / © Ch. Venne
Steinkauz (Athene noctua) / © W. Venne
Singvogeljäger: Sperber (Accipiter nisus) / © W. Venne
Fallobstinteressent: der Igel (Erinaceus europaeus) / © W. Venne