Vogel des Jahres 2019 - Die Feldlerche

Wie lange wird der markante Gesang der Feldlerche noch den Frühling in der Feldflur prägen? Als ursprünglicher Steppenbewohner ist die Feldlerche eine Charakterart der offenen Feldflur. Neben reich strukturiertem Ackerland besiedelt sie auch extensiv genutzte Grünländer und Brachen sowie größere Heidegebiete. Die Brutreviere sind 0,25 bis 5 ha groß, bei maximalen Siedlungsdichten von bis zu 5 Brutpaaren auf 10 ha. Das Nest wird in Bereichen mit kurzer und lückiger Vegetation in einer Bodenmulde angelegt. Mit Wintergetreide bestellte Äcker sowie intensiv gedüngtes Grünland stellen aufgrund der hohen Vegetationsdichte keine optimalen Brutbiotope dar. Ab Mitte April bis Juli erfolgt die Eiablage, Zweitbruten sind üblich. Spätestens im August sind die letzten Jungen flügge (LANUV 2018).

Die Feldlerche ist in Nordrhein-Westfalen in allen Naturräumen nahezu flächendeckend verbreitet. Regionale Dichtezentren bilden die großen Bördelandschaften, das Westmünsterland sowie die Medebacher Bucht. Im Arbeitsgebiet der Biologischen Station Kreis Paderborn - Senne siedelt die Feldlerche noch in größeren Dichten auf den Agrarflächen der Hellwegbörde und des Mittelgebirgsraumes im Süden des Kreises Paderborn. Der landesweite Gesamtbestand wurde für das Jahr 2015 auf unter 100.000 Brutpaare geschätzt (LANUV 2018). Seit den 1970er Jahren sind die Brutbestände durch intensive Flächennutzung der Landwirtschaft stark zurückgegangen. Auch in vielen Bereichen des Kreises Paderborn und der Senne ist die Feldlerche deutlich seltener geworden, Teile des Landschaftsraumes Senne sind mittlerweile sogar vollständig geräumt. In der aktuellen Roten Liste für Nordrhein-Westfalen wird die Feldlerche als gefährdet eingestuft.

Die erneute Wahl der Feldlerche zum Vogel des Jahres (nach 1998) soll auf die z.T. dramatischen Bestandsrückgänge der Feldlerche hinweisen, die als stellvertretend für zahlreiche andere Vogelarten der Agrarlandschaft wie beispielsweise Kiebitz, Rebhuhn oder Grauammer steht. Intensive Düngung, Pflanzenschutzmittel, häufige Flächenbearbeitung, Umbruch kurz nach der Ernte, zu dichte Saatreihen, Verlust von Brachen und Säumen, Vergrößerung der Ackerschläge, Asphaltierung von unbefestigten Wegen, intensive Unterhaltung von Feld- und Wegrändern sowie der aktuell besonders im Fokus stehende allgemeine Insektenrückgang machen den Arten der Agrarlandschaft heute besondes zu schaffen. Das Land NRW versucht durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket eine Verbesserung der Situation der Feldlerche und anderer Vogelarten der Agrarlandschaft einzuleiten.

 

Naturerlebnis am Sintfeld-Höhenweg