Tal der Altenau / © Ch. Venne
Tal der Altenau / © Ch. Venne
Fransen-Enzian auf der Paderborner Hochfläche / © Ch. Finke
Fransen-Enzian auf der Paderborner Hochfläche /<br /> © Ch. Finke
Prallhang an der Sauer bei Grundsteinheim / © Ch. Finke
Prallhang an der Sauer bei Grundsteinheim /<br /> © Ch. Finke

Das Bergland

Der südliche und östliche Teil unseres Raumes ist nicht durch eiszeitliche Ablagerungen überformt, sondern hat Mittelgebirgscharakter. Die gesteinsbildenden Schichten der Kreide bilden hier eine stetig ansteigenden Hochfläche bis zum Kamm des Eggegebirges (440 müNN). Die Fortsetzung des Eggegebirges nach Norden und Nordwesten, gleichzeitig den Rand der Westfälischen Bucht und der Senne, bildet der Kamm des Osning, besser bekannt als Teutoburger Wald.

Ganz im Süden erstrecken sich mit dem Alme-Afte-Bergland die Ausläufer des Sauerlands in unser Gebiet.

 

Paderborner Hochfläche – Reich an Steinen und Naturschätzen

Südlich und östlich von Paderborn prägen Windräder und der Kalkstein der Oberkreide die Landschaft. Ebene Hochflächen wechseln mit kastenförmig eingeschnittenen Tälern ab. Während die Hochflächen meist ackerbaulich genutzt werden, finden sich an den Talhängen von Alme, Afte, Altenau und Sauer Grünland und Wald im Wechsel. Auf den flachgründigen steileren Standorten haben sich Halbtrockenrasen erhalten, die heute meist mit Rindern beweidet werden.

Die Karstlandschaft der Paderborner Hochfläche weist einige Besonderheiten auf, die alle mit der Wasserlöslichkeit des Kalkgesteins zusammenhängen: Die Flussläufe von Sauer, Altenau und Alme versiegen jeweils in ihren Unterläufen. Das Wasser verschwindet in Bachschwinden (Schwalglöchern), sucht sich einen unterirdischen Weg durch die klüftigen Kalksteinschichten bis es auf wasserundurchlässige Mergel stößt. Auf diese Weise speisen die genannten Flüsse die Quellen von Heder, Pader und Lippe. Weitere Karsterscheinungen sind Dolinen (Erdfälle), Höhlen und Quellschwemmkegel.

Braunfleckiger Perlmutterfalter auf Arnika / © Ch. Finke
Braunfleckiger Perlmutterfalter auf Arnika /<br /> © Ch. Finke
Kalkbuchenwald im Eggegebirge / © Ch. Venne
Kalkbuchenwald im Eggegebirge / © Ch. Venne

Eggegebirge – Wälder und Moore

Eggegebirge und Teutoburger Wald wurden vor 65 Millionen Jahren durch gewaltige tektonische Verschiebungen aufgewölbt. Im Laufe der Erdneuzeit wurde das Gebirge größtenteils wieder abgetragen und nach Westen in den letzten Eiszeiten auch überlagert, unter anderem durch die Senne.

Das Ausgangsgestein der Egge ist Sandstein. Schlechte Nährstoffvoraussetzungen zusammen mit ungünstigen klimatischen Bedingungen sind dafür verantwortlich, dass sich Landwirtschaft hier weitgehend auf Waldweide, Heide- und Plaggenwirtschaft beschränkte. Dadurch ist das Eggegebirge heute als lang gezogenes zusammenhängendes Waldgebiet erhalten. Während in der mittleren Egge ausgedehnte Fichtenwälder auf ehemaligen Heiden und Standorten saurer Buchenwälder dominieren, finden sich im Norden und Süden große Laubwälder, in der Südegge auch mit nennenswerten Eichenanteilen. Der Ostabfall der Egge hat einen durchgehend hohen Laubwaldanteil.

Hohe Niederschläge und stauende Schichten sind Grundlage für die Moorbildungen des westlichen Eggevorlandes. „Schwarzes Bruch“ und „Eselsbett“ sind die größten noch vorhandenen Reste dieses hochgradig gefährdeten Lebensraums. Verzahnt mit Feuchtwiesen, Borstgrasen und Erlenbruchwäldern stellen sie heute die wertvollsten Lebensgemeinschaften im Naturraum Egge dar.

Höhle im Bielfelder Osning / © Ch. Venne
Höhle im Bielfelder Osning / © Ch. Venne

Alme-Afte-Bergland – Dunkle Wälder, Tiefe Täler

Die Gebirgsbildungen des Sauerlands berühren den südlichsten Kreis Paderborn. Die großen Waldgebiete Fürstenberger Wald, Leiberger Wald und Ringelsteiner Wald sind die östliche Fortsetzung des Arnsberger Waldes, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in NRW. Dunkel sind die Wälder nur im Sommer: Hainsimsen-Buchenwälder, Teil des Netzwerkes Natura 2000, erstrecken sich auf mehr als 3.000 ha.

Landschaftlicher Höhepunkt und von herausragender Bedeutung für den Naturschutz ist das Obere Almetal mit seinen Feuchtwiesen und Hochstaudenfluren.