Blindschleiche / © Ch. Venne
Blindschleiche (braun, beinlos, schlangenähnlich; besiedelt bevorzugt Wälder und Waldränder, Hecken, Gebüsche) / © Ch. Venne
Waldeidechse / © Ch. Venne
Waldeidechse (braun mit dunklen Flecken; besiedelt zahlreiche unterschiedliche Lebensräume mit offenem und halboffenem Charakter) / © Ch. Venne
Mauereidechse / © Ch. Venne
Mauereidechse (braun mit dunklen Flecken und deutlichen hellen Längsstreifen; besiedelt bevorzugt Felsbiotope, Steinbrüche, Gleisanlagen, auch Steingärten) / © Ch. Venne
Zauneidechse / © Ch. Venne
Zauneidechse (braun oder grün mit dunklen, weiß gekernten Flecken; besiedelt trockene, extensiv genutzte Offenlandlebensräume) / © Ch. Venne

Eidechsenbeobachtungen melden

 

Im Arbeitsgebiet der Biologischen Station Kreis Paderborn – Senne kommen vier freilebende Eidechsenarten vor. Neben der beinlosen Blindschleiche (Anguis fragilis) und der noch relativ weitverbreiteten Waldeidechse (Zootoca vivipara) sind zwei weitere Arten vertreten, die aus recht unterschiedlichen Gründen von großem naturschutzfachlichem Interesse sind.

Die Mauereidechse (Podarcis muralis) kam ursprünglich nicht in Ostwestfalen-Lippe vor, alle Vorkommen dieser an natürliche und künstliche Fels- und Geröllbiotope gebundenen Art sind durch Freisetzung entstanden. So lebt ein recht individuenstarker Bestand auf dem Bahnhofsgelände in Schloß Holte, der durch entlaufende, aus Südfrankreich mitgebrachte Tiere gegründet wurde. Ein weiteres Vorkommen, über das noch wenig bekannt ist, wurde jüngst durch die Biologische Station auf dem Gelände des Paderborner Hauptbahnhofs entdeckt.

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) besiedelt bevorzugt trockenwarme Offen- und Halboffenlandbereiche wie Zwergstrauchheiden, Magerrasen, Sandgruben oder Bahndämme. Der relativ hohe Wärmeanspruch der Zauneidechse hängt ursächlich mit der Präimaginal-Entwicklung der Art zusammen. Im Gegensatz z.B. zur Waldeidechse, die in Deutschland lebendgebärend ist, legt die Zauneidechse Eier im Boden ab, die durch Sonneneinstrahlung ausgebrütet werden. Nachdem die Zauneidechse in Nordwestdeutschland seit dem Mittelalter sicherlich von der anthropogenen Entwaldung und Ausbreitung der Heidelandschaft profitierte, wurde sie im Laufe des letzten Jahrhunderts durch Nutzungsintensivierung, Umwandlung trockener Offenlandbereiche in Ackerflächen und durch die fortschreitende Zersiedelung und Bebauung vielerorts wieder auf Saum- und Restflächen zurückgedrängt. Mittlerweile zählt die Zauneidechse zu den landes- und bundesweit gefährdeten Arten (LANUV 2011, Bundesamt für Naturschutz 2011).

 

Sind Ihnen Eidechsenvorkommen bekannt oder haben Sie bei einer Wanderung Eidechsen beobachtet?
Bitte teilen Sie uns Ihre Beobachtungen aus dem Arbeitsgebiet der Biologischen Station in diesem Fall unbedingt mit. Auch ältere oder sehr alte Beobachtungen sind relevant. Die Biologische Station ist für jeden Hinweis dankbar!

 

Kontakt

Christian Venne
Biologische Station Kreis Paderborn-Senne
Birkenallee 2
33129 Delbrück-Ostenland

Festnetz: 05250 / 70841-19
christian.venne@bs-paderborn-senne.de