Kopfweiden im NSG "Steinhorster Becken" / © G. Sachse
Kopfweiden im NSG "Steinhorster Becken" / © G. Sachse
Kopfweiden im NSG "Strotheniederung" / © G. Sachse
Kopfweiden im NSG "Strotheniederung" /<br />© G. Sachse
Die Sandbiene Andrena praecox sammelt Pollen ausschließlich an blühenden Weiden / © Ch. Venne
Die Sandbiene Andrena praecox sammelt Pollen ausschließlich an blühenden Weiden / © Ch. Venne
Tandem der Weidenjungfer bei der Eiablage / © W. Venne
Tandem der Weidenjungfer bei der Eiablage /<br />© W. Venne
Steinkauz in einer Kopfweide / © W. Venne
Steinkauz in einer Kopfweide / © W. Venne
Frisch geschnittene Kopfweide bei Bielefeld / © Ch. Venne
Frisch geschnittene Kopfweide bei Bielefeld /<br />© Ch. Venne

Kopfweidenschutz

Kopfweiden sind ein landschaftsprägender Bestandteil der alten bäuerlichen Kulturlandschaft in den feuchten Niederungsbereichen des Kreises Paderborn und der Unteren Senne. Ihre typische Wuchsform entsteht durch das wiederholte Schneiden und Wiederaustreiben der Krone.

Besonders im waldarmen Delbrücker Raum wurden früher Weidenbäume (Salix spec.) gepflanzt und vielfältig genutzt. Die Weiden wurden im Winter regelmäßig geschnitten und das gewonnene Astmaterial fand Verwendung als Brennmaterial, beim Hausbau (Fachwerk) und bei der Herstellung von Korbwaren und Stielen für Arbeitsgeräte. 

Nicht nur das Landschaftsbild wird durch die Kopfweiden bereichert, auch bieten die Kopfweiden einen Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten. Infolge des häufigen Schnitts bekommen die Weiden immer mehr Hohlräume, in denen sich Humus ablagern kann. Hier wachsen verschiedene Aufsitzerpflanzen, sogar Sträucher und kleine Bäume. Auch viele Tiere sind auf den strukturreichen Kopfweiden zu finden. Bis zu 180 Insektenarten können eine Kopfweide nutzen. Ein Beispiel für eine eng an Weidenbäume gebundene Insektengruppe stellen einige ausschließlich Weidenpollen sammelnden Wildbienen dar. Die Weibchen dieser Bienenarten aus den Gruppen der Sandbienen und der Seidenbienen bilden keine Staaten, sondern legen einzeln Brutkammern im Boden an, die sie für ihre Larven mit Weidenpollen verproviantieren. Ein anderes Beispiel liefert die Libellenwelt: Stehen Kopfweiden an Gewässerufern, so nutzt die Weidenjungfer überhängende Weidenzweige zur Eiablage. Die Eier werden mit einem Legebohrer unter die Rinde der Zweige gelegt. Die Larven lassen sich nach dem Schlupf in das unter den Zweigen liegende Gewässer hineinfallen und vollenden dort ihre Entwicklung zur Libelle. Durch das hohe Nahrungsangebot in und an den Weidenbäumen werden auch viele Vögel angelockt. In den natürlichen Baumhöhlen der Kopfbäume ziehen zudem Höhlenbrüter wie beispielsweise der Steinkauz ihre Jungvögel auf. 

Die Kopfweidennutzung spielt heutzutage keine Rolle mehr. Aufgrund des fehlenden regelmäßigen "Köpfens" brachen viele Kopfweiden auseinander, da die Baumkrone zu schwer wurde. Die nicht mehr genutzten oder gepflegten Kopfweiden wurden häufig entfernt. Demzufolge nahmen die Kopfweidenbestände drastisch ab. Ein typisches Landschaftselement des Paderborner Landes drohte verloren zu gehen. Seit etwa 30 Jahren versuchen u.a. Naturschutzvereine die alten Kopfweiden durch Pflege zu erhalten und verlorenen Kopfweidebestände durch Neuanpflanzungen zu ersetzen. Auch die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne setzt sich für den Erhalt der Kopfweiden ein. Jedes Jahr bekommt eine große Anzahl von Bäumen den dringend notwendigen Pflegeschnitt. Dabei wird die Biologische Station dankenswerterweise tatkräftig von Zivildienstleistenden, Absolventen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) und im Rahmen von Wochenend-Arbeitseinsätzen auch durch ehrenamtliche Helfer unterstützt.

 

Sie können helfen!

Haben sie Interesse, bei unseren ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen mitzuarbeiten? Helfen Sie durch Ihren Einsatz, zur Erhaltung wertvoller Lebensräume beizutragen.

 

Kontakt

Frank Ahnfeldt, Hendrik Guder
Biologische Station Kreis Paderborn-Senne
Birkenallee 2
33129 Delbrück-Ostenland

05250 / 70841-12
frank.ahnfeldt(at)bs-paderborn-senne.de