Naturschutzgroßprojekt Senne und Teutoburger Wald

Die enge Verzahnung von Lebensräumen auf Sand und auf Kalk wird besonders bei einer Sandabgrabung in Oerlinghausen sichtbar / © P. Ruether
Die enge Verzahnung von Lebensräumen auf Sand und auf Kalk wird besonders bei einer Sandabgrabung in Oerlinghausen sichtbar /<br />© P. Ruether
Die Zauneidechse erreicht auf einigen Projekt-Flächen bemerkenswert hohe Individuendichten / © Ch. Venne
Die Zauneidechse erreicht auf einigen Projekt-Flächen bemerkenswert hohe Individuendichten /<br />© Ch. Venne
Die landes- und bundesweit gefährdete Sandbiene Andrena nigriceps kommt ebenfalls im Projektgebiet vor. / © Ch. Venne
Die landes- und bundesweit gefährdete Sandbiene (Andrena nigriceps) kommt ebenfalls im Projektgebiet vor / © Ch. Venne

Mit Hilfe von Naturschutzgroßprojekten des Bundes sollen national bedeutsame Landschaften dauerhaft für den Naturschutz gesichert werden. Die aus bundesweiter Sicht herausragende Besonderheit des Naturschutzgroßprojektes Senne und Teutoburger Wald ist die räumliche Nähe zweier so gegensätzlicher Landschaften. Auf wenigen Metern gelangt man im Projektgebiet von einem bodensauren, eiszeitlich geprägten Tiefland in ein kalkgeprägtes Mittelgebirge, von einem traditionell als Heidelandschaft genutztem Gebiet in ein Waldgebiet mit einer langen Forstgeschichte.

Vorbereitende Arbeiten für das Naturschutzgroßprojekt leistete die Biologische Station Senne (heute Biologische Station Kreis Paderborn – Senne), Projektträger ist der Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu 70% und vom Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch die Bezirksregierung Detmold, zu 20%. An der Finanzierung des Eigenanteils des Projektträgers beteiligen sich die Nordrhein-Westfalen-Stiftung, der Kreis Lippe sowie die Städte Detmold, Lage, Oerlinghausen und die Gemeinde Augustdorf.

Der bisherige Projektverlauf bot sehr wenig Konfliktpotenzial, da es sich um ein freiwilliges Projekt handelt und da ökologische Leistungen, die in dem Projekt von Grundeigentümern oder Bewirtschaftern erbracht werden, auf vertraglicher Basis finanziell ausgeglichen werden.

Das Zielkonzept sieht in dem Bereich des Teutoburger Waldes sowohl eine natürliche Waldentwicklung ohne forstliche Nutzung als auch die Entwicklung naturnaher Wälder mit lebensraumtypischer Baumartenzusammensetzung vor, also vor allem mit der Rotbuche (Fagus sylvatica).

Im Bereich der Senne sollen die Lebensmöglichkeiten für seltene Pflanzen und Tiere des Offenlandes verbessert werden. Diese Arten können gefördert werden, indem z.B. die vorhandenen Heiden und Magerrasen vergrößert und miteinander vernetzt werden oder indem die Wälder so licht gestaltet werden, dass auch Arten des Offenlandes hier Lebensmöglichkeiten finden. Dies bedeutet aber, dass in den Wäldern der Senne nicht die Rotbuche gefördert werden soll (sie bildet nämlich sehr dunkle Wälder) sondern Baumarten, die eine hohe Lichteinstrahlung und eine gute Wärmezufuhr auf den Boden zulassen, z.B. die Siel-Eiche (Quercus robur), die Sand-Birke (Betula pendula) und die Eberesche (Sorbus aucuparia).

Die Fließgewässer im Projektgebiet sollen in ihrer natürlichen Dynamik möglichst wenig eingeschränkt werden. Die bewaldeten Auenbereiche sollen sich als Naturwald ohne forstliche Nutzung entwickeln. Acker und Grünlandflächen sollen extensiv bewirtschaftet werden.